Endlich konnte ich mich für den langen Weg in den 22. Bezirk aufraffen und habe die Lobau erkunden können. Wie viele Kilometer ich heute zurückgelegt habe, kann ich nicht genau sagen. Habe vergessen mein Runtastic zu aktivieren, aber das ist nicht schlimm. War auf jeden Fall wieder über vier Stunden unterwegs, also gehe ich davon aus, dass es sicher wieder so um die 20 Kilometer gewesen sein müssen. Heute ging es am Anfang ganz locker, doch gegen Ende habe ich meine Beine doch schon etwas gespürt. Waren etwas müde noch vom Donnerstag und eventuell auch von den gestrigen Kilometern in den etwas höheren Schuhen. 😂🙈 Nichts mehr gewöhnt.
Die Lobau, ein Naturspektakel das man sich nicht entgehen lassen darf. So viel grüne, schöne Natur. Die Kuckucke haben sich ein mega Duell geleistet, war wunderschön mitanzuhören und vor allem liebe ich diesen Klang. Also war es auch ganz einfach die Musik für diesen Ausflug wegzulassen, sonst wäre mir die Geräuschkulisse wirklich entgangen. Krähen, Schwäne, Biber, Kuckucke, Frösche und vieles mehr.
Die Landschaft variiert. Man bewegt sich durch lichten Wald, offene, sehr freundliche Wiesen, Äcker und Felder, hie und da ein kleiner See, Teich oder wie sie dort genannt werden Lacken. Vor dem weggehen habe ich mir eine Karte angeschaut und mich entschieden, dass ich den Napoleonrundweg machen werde. Dieser befindet sich schon relativ weit im inneren des Parks. Viele nützen den Park um eine ausgedehnte Radtour zu machen, was sicher eine schöne Art und Weise ist. Vor allem ist es so auch einfacher noch weiter zu kommen. Ich habe circa die Hälfte gesehen. Die Wälder bestehen hauptsächlich aus riesengroßen Birken und Kastanienbäumen. Daher ist es gut vorstellbar, dass der Park auch in den anderen Jahreszeiten sehenswert ist.
Während dem Gehen, Lauschen und Staunen habe ich mir auch wieder einige Gedanken gemacht. Diesmal hat mich unter anderen die Meditation vom Vortag beschäftigt. Ich habe eine Krafttier-Meditation gemacht und war so überrascht, dass da ein Esel rausgekommen ist, der mir Ruhe, Beharrlichkeit und Geduld signalisiert hat. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Katze mein Krafttier ist, aber das ist wohl eher mein Lieblingstier, diese süßen, haarigen, schnurrenden, verschmusten Schätze. 😀 Auf jeden Fall war es ein Esel, ganz klar. Also musste ich sofort recherchieren was der Esel als Krafttier bedeutet. Ich war wirklich fasziniert und zugleich auch erstaunt wie passend es ist. Er steht für Willenskraft, Lernfähigkeit und Verantwortung. Drei Begrifflichkeiten die wie die Faust aufs Auge zu meinem Leben passen. Seine Willenskraft wird sehr oft als Sturheit bezeichnet oder als störrisch asoziiert. Mit diesem Vorurteil kämpfe ich auch hin und wieder, aber eigentlich weiß der Esel einfach was ihm gut tut und er weiß auch was der beste Weg für ihn ist, diese Ziele zu erreichen. Für Außenstehende mag dieser Weg oft nicht nachvollziehbar sein, weil es instinktiv ist und nicht klar erkennbar ist. Zum Beispiel Australien: Jahrelang war mir einfach klar, dass ich da hin will, ich kann keine Erklärung abgeben warum genau dieser Ort, aber es war wie eine Eingebung, ein Gefühl und es war goldrichtig. 🙂
Auch die anderen beiden Begrifflichkeiten kann ich in meinem Leben finden. Sowohl die Lernfähigkeit als auch die Verantwortung sind sehr wichtig für mich. Ich bin stets auf der Suche etwas Neues zu lernen, um es in meinem Leben zu verankern, nach neuen Herausforderungen streben zu können und zugleich versuche ich aus Fehlschlägen zu lernen, sie mir im Gedächtnis zu behalten um mich orientieren zu können. Zudem übernehme ich sehr oft die Verantwortung für andere, häufig auch ohne zu Fragen, ob mein Gegenüber das überhaupt möchte. Aber nicht nur das, sondern mir ist bewusst, dass nur ich für mich selbst verantwortlich bin und nur ich mein Leben, meine Gedanken und Wege steueren kann. Hin und wieder ertappe ich mich, dass ich mich in einem Gedankenkarussell verliere oder verloren habe, einen Umweg einschlage, Hindernissen aus dem Weg gehen möchte oder zu ängstlich bin, einen bestimmten Pfad zu gehen, anstatt mir eine Brücke – Eselsbrücke – zu bauen um meinen klaren Weg weiter verfolgen zu können. Dies passt wiederum sehr gut zu meinem Vorhaben, Wien zu Fuß zu entdecken, neue Wege zu finden und ohne Google Maps zu verwenden seinem Instinkt zu folgen, dass man auf der richtigen Bahn ist.