1000 Islands und Green Mountains

Es stand ein Regentag vor uns und wir nutzten diesen um eine relativ große Strecke zu fahren. Durch Werbung in den Motels und Tourismus Centern, haben wir von den 1000 Islands gelesen. Dort gab es eine Insel namens Boldt Island und darauf war ein riesengroßes Schloss. Es lag zwar gegen unsere Fahrtrichtung, aber da es nur eineinhalb Stunden von Syracuse entfernt war, nahmen wir den „Umweg“ gerne in Kauf. Zudem kamen wir so am Ontaria Lake vorbei. Ein See wieder direkt an der kanadischen Grenze mit einer Fläche von 7.320 m2, also ungefähr dieselbe Fläche wie der Wörthersee. 😉

Ein bisschen was über die Geschichte der Boldt Island. Besitzer war der Hotellerie George C. Boldt. Er war gebürtiger Deutscher und wurde in Amerika zum Milliardär – ob er davor Tellerwäscher war, weiß ich leider nicht. Das Castle und das dazugehörige Yachthaus baute er für seine geliebte Frau. Der Bau begann um 1900. Kurz vor Beendigung im Jahre 1904 starb seine Frau und das führte dazu, dass er abrupt den Bau abbrach und die Insel, bis zu seinem Tod nie wieder betrat. Es wurde einfach alles liegen und stehen gelassen so wie es war, für über 70 Jahre. Erst als das Gebäude von der 1000 Island Bridge Authority übernommen wurde, wurde das Gebäude wieder renoviert, so dass man es fast im Zustand wie aus dem Jahr 1904 besichtigen kann.

Die Boldt Insel kann man nur mit einem Boot erreichen. Es geht ein Shuttle-Boot vom Yachthaus weg. Wir sind direkt dorthin gefahren und haben uns das Yachthaus angesehen. Schon alleine das war ein riesengroßes Wohngebäude mit zwei Stockwerken und etlichen Zimmern. Danach ging es direkt zum Schloss. 120 Zimmer, einen Pool, eine Bowlingbahn, ein eigenes Kraftwerk und und und. Einfach nur Irre!!!!

Tolles Haus, tolle Geschichte und tolle Umgebung. Doch wir mussten leider weiter, da unser nächster Stop ziemlich weit weg war. Das Wetter war wie gesagt regnerisch und die Fahrt etwas mühsam. Die Fahrt dauerte eine halbe Ewigkeit, immer an der kanadischen Grenze entlang bis Champlain, dort wollten wir eigentlich was essen, aber es gab dort gar nichts. Also ging es weiter, nun Richtung Süden, immer entlang dem Lake Champlain und der New Yorker und Vermonter Staatsgrenze. Es wurde schon dunkel und unsere Unterkunft am Lake George war noch ein bisschen weg. Wir entschlossen uns dafür, eine gute Stunde vor dem Motel etwas zu essen und kamen beim The Bridge Restaurant vorbei. Es liegt direkt an der Brücke die einen wieder von der Vermont-Seite auf die New-York-Seite zurück bringt. Was soll ich sagen – 5 Sterne für alles, das Personal, das Ambiente, der Preis, das Essen. Es war einfach stimmig!

Gestärkt ging es weiter. Die letzte Stunde war noch sehr mühsam, da es schon dunkel war, es immer wieder regnete und die Straße zum Blue Moon Motel ziemlich eng war. Doch wir haben alles gut geschafft und sind kurz vor 21 Uhr dann dort angekommen. Das Bett rufte nach diesem anstrengend Tag nach uns.

Am nächsten Tag waren wir nicht mehr allzu weit weg von den Green Mountains. Dort haben wir uns eine Wanderstrecke ausgesucht. Wir fuhren zuerst noch ein bisschen entlang des Lake Georges und dann Richtung Manchester in Vermont. Der „Berg“ hieß Bromley Mountain und ist circa 1000 Höhenmeter hoch. Der Weg rauf war durch einen Wald. Wunderschön, idyllisch, kaum was los, nie wirklich steil, immer angenehm rauf. Nach dem gestrigen langen Tag im Auto war es wunderschön sich zu bewegen und die gute Luft zu haben. Das Wetter passte auch perfekt, es war zwar Regen gemeldet, aber davon merkte man nichts, es zog sogar auf und es kam die Sonne raus. 😀☺️

Es hieß, dass Bromley Mountain ein Skigebiet war. Wir konnten uns das nicht vorstellen, bis wir plötzlich auf der Skipiste standen. 😅 Die letzen paar Meter musste man über die Skipiste gehen. Von oben hatte man einen sehr schönen Blick über die Green Mountains und die anderen Nahegelegenen ‚Gipfel‘. Es war so anders als das was wir bisher gesehen haben. Generell änderten sich die Landschaften schnell und man ist einfach nur fasziniert von so vielen schönen Plätzen, süßen kleinen Ortschaften, den vielen Seen und das einfach überall eine fette Straße hin- bzw durchgeht. 😅🙈

Gute zweieinhalb Stunden waren wir aus und dann ging es weiter zu unserem nächsten Ziel. Die White Mountains in New Hampshire. Sie waren nicht allzu weit weg und die Fahrt war nach unserer kurzen sportlichen Aktivität sehr angenehm.

Das coolste an der Gegend um den Bromley Mountain ist wohl, dass wir sogar einen kurzen Teil direkt am Appalachian Trail gingen. Der Appalachian Trail. Das ist ein Fernwanderweg mit einer Länge von 3.500 km. Man durchquert dabei 14 Bundesstaaten. Er beginnt in Georgia und endet in Maine. Es war schon lange ein Ziel von mir, einen Teil davon zu gehen (auch wenn es diesmal nur ein paar Meter waren 😅).