Stadtwanderweg 1 und 1a

Wieder ein freier Tag unter der Woche der genützt werden musste. Also habe ich beschlossen heute den Stadtwanderweg 1 und 1a zu gehen. Im Grunde bin ich beide schon mindestens einmal gegangen, aber heute hat es richtig viel Spaß gemacht. Ich kannte den Weg und ich konnte einfach so dahingehen. Zudem bin ich noch nie von der Wohnung weggegangen. Insgesamt war ich 4 Stunden und 30 Minuten unterwegs, habe währenddessen 23 km zurückgelegt und fast 650 Höhenmeter, was für Wien gar nicht einmal so schlecht ist.

Auf den Kahlenberg zu gehen ist immer wunderschön. Der Ausblick über die Stadt großartig, aber ein Stückchen weiter am Leopoldsberg ist er noch um einiges schöner. Der Weg ist generell sehr abwechslungsreich, man kommt an sehr vielen Weingärtner und Heurigen vorbei, die zum Glück ab morgen öffnen dürfen. Waldböden, Schotterstraßen und asphaltierte Straßen wechseln sich ab. Die Stadtwanderwege sind alle gut zu gehen, was ich schade finde ist, dass man die Wege nur von einer Seite gehen „kann“. Also die Beschilderung ist nur für eine Richtung ausgerichtet, obwohl beide Seiten möglich sind. Gekennzeichnet sind die Wege mit einem hölzernen Schild mit der Beschriftung „Stadtwanderweg“ und der Nummer. So kann man die Orientierung nicht so leicht verlieren.

Super finde ich auch, dass ich die Beschilderung für den „rundumadum-Weg“ entdeckt habe. Ziemlich unübersichtlich, da muss man schon ziemlich genau schauen. Ein kleiner A5 großer, folierter Zettel mit einer Kilometeranzahl drauf, der an einem Baum befestigt ist. Wird spannend, aber wie ich mich kenne werde ich mir die Route eh sehr gut anschauen, um dann einfach darauf los gehen zu können. 🙂

Das schönste am Gehen ist, dass ich es für mich mache. Ich erwarte nicht, dass man das was ich da mache versteht oder würdigt. Es mach mir Spaß und Freude und ein gesunder Zeitvertreib ist es auch noch.

Ich höre eigentlich die ganze Zeit Musik während dem Gehen, aber ich habe mir gedacht, dass ich das irgendwann einmal weglassen werde, damit ich mich ein bisschen auf meine Gedanken fokusieren kann. Das ich dabei alleine bin, in dieser ganzen Zeit, macht mir gar nichts. Ich mag die Stille und die Ruhe, nur mit mir zu sein. Zudem muss ich mich da nicht an jemanden anpassen, sondern kann mein Tempo nach meinem körperlichen Zustand gestalten. Es gibt niemanden der jammert oder eine Pause machen will, wenn ich noch gehen möchte und vieles mehr. Ich habe mich lange genug immer angepasst und in vielen Bereichen tue ich das immer noch. Selbstverständlich könnte ich auch auf jemanden warten der mit mir diese Dinge erlebt, aber warten ist immer so eine Sache, ich finde eine blöde Ausrede um seinen Weg nicht gehen zu müssen, sich hinter jemanden zu verstecken. Wo bleibt da das Vertrauen und der Mut für seinen eigenen Lebensweg?

Beim Gehen sind mir auch die vielen möglichen anderen Wege und Abzweigungen aufgefallen, also man kann auch hier Vergleiche mit dem Leben ziehen. Es ist immer möglich einen anderen Weg zu wählen und trotzdem kommt man irgendwann, vermutlich auf Umwegen, auf sein ursprüngliches Ziel zurück. Blöd ist nur, wenn man sich zu sehr auf einen Umweg konzentriert und dabei die ganzen anderen Abzweigungen verpasst oder nicht sieht. Ein Umweg kann einem tolle Erlebnisse bescheren, es kann einem aber auch in eine verzwickte Lage bringen. Das ist alles okay, solang man sich nicht aufhalten lässt und stehen bleibt.