Schottland – Juni 2025
Edinburgh
Bin ziemlich faul geworden und habe es nicht geschafft einen Beitrag zum letzten Trip nach Italien, die ich im Oktober unternommen habe, zu schreiben. Auch wenn ich auf Grund eines kleinen Missgeschicks nicht von der gesamten Schottlandreise Fotos habe, möchte ich meine Eindrücke und Erlebnisse niederschreiben. Ist eh schon wieder fast peinlich, da die Reise schon bald zwei Monate her ist, also bevor alles wieder in den Hintergrund gedrängt wird ein kleiner Rückblick.
Florian und ich starteten diese Reise wieder von Wien. Am Sonntag fand noch das Pfingstkonzert der St. Johanner Musik statt und am nächsten Tag ging es am frühen Vormittag Richtung Wien. Immer wieder eine nicht enden wollende Fahrt. Der Flug ging am Abend und die Ankunft in Schottland war kurz vor Mitternacht. Bei Nieselregen landeten wir in Schottland und nahmen den Bus in die Innenstadt. Dort checkten wir in Motelone in der Mitte Edinburghs ein. Das Zimmer war geräumig und nach einem kleinen Apertiv waren wir auch ready fürs Bett.
Am nächsten Tag wachten wir bei kühlem, aber sehr schönem Wetter auf und gingen zu allererst eine Kleinigkeit frühstücken. Bevor wir die Sightseeing-Tour durch die Hauptstadt Schottlands starteten. Bei unserer Tour klapperten wir die klassischen Highlights ab. Begonnen vom Schloss, über die Royal Mile, durch den wunderschönen Princes Street Garden (begleitet von Dudelsackmusik), weiter zum Calton Hill und anschließend weiter zum Arthurs Seat und zum Schluss noch einen kleinen Abstecher ins National Museum of Scotland.






Ziemlich ereignisreich und sehr abwechselnd. Nach diesem kurzem Überblick verließen wir die schöne Hauptstadt wieder Richtung Flughafen, da wartete bereits unser Mietauto auf uns, das uns in der nächsten Woche durch Schottland brachte.
Loch Lomond
Doch unsere Fahrt Richtung Loch Lomond begann stockend im Stau. Wir kamen ziemlich spät im B&B an und an diesem Ort gab es nur ein Restaurant, das blad schließte. Müde vom Tag hofften wir nur noch auf einen Happen zu Essen und ein kühles Bier. Zu unserem Glück läuft das in Schottland ein bisschen anders ab. Da wird wirklich bis zur besagten Zeit Essen serviert und nicht wie in Österreich „die Küche schließt ind 15 Minuten, wir können Ihnen nur noch Snacks anbieten“.
Das Wetter war auch in Balmaha ziemlich gut. In Edinburgh schaffte ich es sogar einen Sonnenbrand zu bekommen. Nachdem wir in den ganzen Tag ziemlich viel erlebt haben und wir von den Tagen zuvor noch müde waren, wurde nur noch kurz der Ausflug für den nächsten Tag geplant und dann ging es ab ins Bett. Wir blieben hier für zwei Nächte.
Auch am nächsten Tag war das Wetter ziemlich gut und unsere geplante Wanderung auf den Ben Lomond konnte ohne Probleme durchgeführt werden.

Es gibt einen Rundweg auf den Berg. Unsere Gastgeberin empfiehl uns zuerst den etwas steileren Weg, mit mehr Ausblick zu nehmen und den leichteren Weg nach unten zu machen. Das war ein sehr guter Tipp. Hinter uns lag der Loch Lomond, Schafe so weit das Auge reichte und so erklammen wir den knapp 1200 hohen Berg. Der Weg war wenig beschwerlich und vor allem war diese Seite des Weges wie ausgestorben. Es gab vielleicht fünf Personen die uns hinauf begegnet sind.



Beim letzten Anstieg kam sogar ein wenig Osttirol-Feeling auf.

Oben angekommen war es auch noch relativ ruhig, obwohl ein relativ frischer Wind ging, packten die Briten ihre mitgebrachten Hendelhacksen aus. Wir rasteten nur ein wenig und gingen dann den anderen Weg wieder nach unten. Es war wie eine mäßig befahrene Autobahn. Immer wieder kamen uns teilweise sehr unfitte Menschen entgegen.

Als wir wieder beim Parkplatz waren, ließen wir uns noch ein bisschen am See nieder und genossen den Blick auf den Ben Lomond bevor es wieder zurück nach Balmaha ging, wo wir uns einen gemütlichen Nachmittag machten.

Wir gingen ein paar Kleinigkeiten einkaufen, rasteten ein wenig im Bed & Breakfast und spazierten anschließend noch ein bisschen in der Gegend herum, bevor wir noch einmal im Oak Tree Inn essen gingen. Es war wirklich angenehmen, dass man für die Strecke kein Auto benötigte und wir sozusagen beide den Abend genießen konnten.

Balmaha ist zwar wirklich sehr ruhig, aber jeder der vielleicht nicht unbedingt auf Menschenmaßen aus ist, ist hier absolut richtig.
Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück wieder weiter. Ab in den Norden, Richtung Fort Williams mit ein paar kleinen Stopps auf unserem Weg. Der erste Stop war gleich auf der gegenüberliegenden Seite von unserem B&B. Der kleine Ort namens Luss war schon um einiges touristischer. Wir schlenderten kurz durch den Ort und sahen uns ein paar Souvenier-Läden an, danach ging es wieder weiter.

Hier wurden gerade ein paar Reisebusse ausgelassen, also war es ziemlich voll und uns hielt es nicht lange an diesem Ort. Auf der Weiterfahrt gab es aber noch viel zu sehen. Als nächstes hielten wir für eine kurze Weile in Inveraray. Es handelt sich hierbei um ein kleines geplantes Dorf, welches vollständig schwarz und weiß ist. Sogar Firmenschilder von bekannten Marken halten sich an diese Regel. Auch hier schlenderten wir ein bisschen durch das Dorf. Groß ist es nicht, aber die schwarz-weißen Häuschen waren schon sehr entzückend. Hier kauften wir in einem Laden ein paar Seifen mit Bergermotte-Duft und Co. Danach ging unsere Erkundungstour Richtung Fort William weiter.

Auf unserem Weg kamen wir auch am Kilmartin Tal vorbei. Hier gibt es überall verteilt alte überbleibsel von prähistorischen schottischen Stätten. Bei einem blieben wir natürlich stehen und schauten uns das an. Es ging quer durch eine Schafherde. Das lud natürlich zu einigen Fotos ein. Weiter ging es zu einer Sonnenuhr und einer alten Grabstädte. Schon sehr spannend.



Es war hier gar nichts los. Nur noch ein älteres Paar, aber die haben sich nicht den gesammten Bereich angeschaut. Nur Schafe. Nach diesem kleinen kulturellen Abstecher stand nur noch ein einziger Stop an. Es war schon späte Mittagszeit und daher kam der Halt in Oban, einer kleinen Stadt in den stüdlichen Highlands, direkt am Meer gelegen sehr passend. Oban gilt als Tor zu den Hebrideninseln.
Eine Sehenswürdigkeiten, neben dem Blick über das Meer zu den Hebriden, ist der McCaig’s Tower. Eine kleine viktoriansiche Spielerei, welche auf ein Hügel thront und an das Kolosseum erinnern soll. Natürlich mussten wir dort rauf und den Blick von oben genießen. Anschließend aßen wir noch eine Kleinigkeit und gingen zurück zum Auto. Dort mussten wir leider feststellen, dass uns jemand einen kleinen Parkschaden gemacht hat. Vorne links waren ein paar weiße Kratzspuren auf unserem schwarzem Auto.




Fort William
Eine noch circa zweistündige Reise stand uns noch bevor, bis wir die Enddestination „Fort William“ erreichten. Es lief alles glatt. Und nach einem kurzen Abstecher in einem Aldi ging es auch schon zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Fort William ist laut Recherchen einer der regenreichsten Städte in Schottland, aber auch bekannt für den höchsten Berg Großbritanniens – Ben Nevis. Nach einem pasablen Abendessen – wie fast immer Burger und Pommes – machten wir noch einen kleinen Spaziergang in der Gegend. Schon beim Essengehen sind wir bei den Neptun Stairs vorbei gekommen. Eine alte Schiffschleuse die wie man vermuten kann, stiegenförmig gebaut wurden. Auf dem Fotos sieht man es leider nicht besonders gut, aber es war auf jeden Fall spannend.

Wetter passte zu diesem Zeitpunkt noch bestens. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag und unsere Wanderung. Nach einem kleinen selbstgemachten Früstück ging es am nächsten morgen also los – Abenteuer Ben Nevis. Von circa 0 Höhenmeter auf knapp 1300 Höhenmeter. Wir waren von den ganzen Wanderberichten ein wenig zu beeindruckt. Alle gingen hier von einer Gehzeit von ingesamt 6-8 Stunden aus. Im Nachhinein hätten wir doch noch ein wenig logischer Denken können und wissen müssen, dass wir nicht einmal auf den Hochstein so lange brauchen, aber egal.

Es war ein wenig bewölkt, aber es wirkte trocken. Trocken war es auch bis zum oberen Drittel unserer Wanderung und dann begann es auch wirklich stark zu regnen und zu stürmen. Trotz Regenjacke waren wir bis auf die Unterhose bzw. einfach überall nass. Mein Handy hat diesen Regenguss leider auch nicht unbeschadet überlebt. Daher war mein letztes Fotos dieser Reise auf den Weg zum Gipfel.

Die weitere Reise war ich handylos. Es ließ sich nicht mehr einschalten. Einerseits war es nervig, gerade vom schönsten Teil keine Fotos machen zu können, andererseits war es extrem entschleunigend. Es ging mir eigentlich nicht ab. Zu Hause würde mir das vermutlich nicht so leicht gelingen.
Auf jeden Fall wurde das Wetter als wir fast wieder herunten waren wieder richtig gut. Die Sonne kam raus und wir ärgten uns ein wenig, dass wir auf die Berichte gehört haben, da wir ein bisschen mehr als vier Stunden unterwegs waren, ingesamt. Es ist ein wirklich gut angelegter, breiter Weg ohne Schwierigkeiten, einfach stetig nach oben. Am Ende ist vermehrt mit Splitt zu rechnen, aber alles wirklich leicht und harmlos zu begehen. Wieder unten freuten wir uns auf eine heiße Dusche und trockene Klamotten und anschließend gingen wir noch einmal Wäsche waschen. Den Tag schlossen wir bei einer Flasche Wein und ein paar Nudel ab.
Isle of Skye
Am nächsten Tag ging die Reise weiter auf die Isle of Skye. So wie zuvor nach Fort William, machten wir hier auch wieder bei ein paar Plätzen halt, bevor wir nach Portree fuhren. Ohne Fotodokumentation und mittlerweile schon bald drei Monate nach unserer Reise, ist die Erinnerung nur noch relativ verschommen, aber ein paar Highlights kann man einfach nicht vergessen.
Der erste wirkliche Stop war eine kleine Passstraße mit Ausblick auf die Five Sisters of Kintail. Schon ein erster kleiner Vorgeschmack auf die Isle of Skye – teilweise Single Track-Straße. Auf der Insel sehr üblich. Kurz bevor es über die Brücke rüber vom Festland auf die Insel ging, hielten wir noch beim Eilean Donan Castle. Jeder der schon einmal in Schottland war und auf der Isle of Skye war, hat sich vermutlich auch das Schloss angesehen. Wir gingen nicht rein, sondern machten nur ein paar Fotos von draußen. Postkartenmotiv Nummer 1 an diesem Tag. Hier folgten auf unserem weiteren Weg noch ein paar.
Auf der Isle of Skye angekommen, entschieden wir uns die Single Track Straße nach Elgol zu nehmen. Elgol ist eine sehr kleine Siedlung und am Weg dorthin hatten wir das Glück die Postkartenmotive zwei und drei zu sehen. Zum einen das Bergmassiv Bla Bheinn und zum anderen Die Gebirgskette der Cullin Hills. In dieser kleinen Siedlung am Ende der Straße tranken wir in einem kleinen Kaffee etwas, bevor wir die Straße zurück auf die „Hauptstraße“ nahmen. Doch das war noch nicht alles.
Unser letzter Stop für diesen Tag war Talisker Bay und da hatten wir sofort unser viertes Postkartenmotiv vor uns. Es war wunderschön. Für mich das größte Highlight auf unserer Tour. Wer die Möglichkeit hat dorthin zu fahren, soll es unbedingt tun, denn es ist wirklich atemberaubend schön. Ein Ort so friedlich und imposant. Das Meer die Felsnadel, der Wasserfall, alles läd zum Träumen und verweilen ein. Nach diesem malerischen Blick ging es schlussendlich wirklich zu unserer Bleibe für weitere zwei Nächte.
Es war ein wirklich sehr entzückendes B&B, die Gastgeber sehr, sehr freundlich und aufmerksam. Einziger Minuspunkt, die Stadt war doch relativ weit weg und wir mussten mit dem Auto zum Essen fahren und da an diesem Tag der Portree Halbmarathon war, waren die Lokale natürlich voll, aber mit ein bisschen Geduld und einem Trink zwischendurch fanden wir dann auch etwas zum Essen. Vor dem Essen schauten wir uns aber noch ein bisschen in Portree um und machten einen kleinen Spaziergang.
Nach einem erholsamen Schlaf und einem wirklich hervorragenden Frühstück ging unsere Entdeckungsreise weiter. Leider war das Wetter nicht ganz ideal. Es nieselte eigentlich fast die ganze Zeit und teilweise regnete es sogar stärker, aber mit Regenjacke ging das schon. Es stand vieles am Programm und durch die vielen Single Track-Straßen brauchte man auch relativ lang, bis man irgendwo war.
Unser erster Stop war der Bearreaig Bay – wir hatten die Hoffnung von dort einen wirklich guten und anderen Blick auf die Old Man of Storr zu ergattern, aber hier hangen leider die Wolken ziemlich tief. Selbst gingen wir hier auch nicht hin, da hier die Menschenmassen richtig hinströmten. Nicht so wirklich unserers.
Als zweites Stand der Lealt Fall am Programm – wie man vermuten kann handelt es sich hierbei um einen Wasserfall. Oben am Plateau sind hier auch sehr viele Menschen, aber es nehmen nur wenige den Weg nach unten und zum Wasserfall auf sich das ist schön. Und ein Wasserfall ist natürlich immer sehenswert.
Der nächste Halt war ein weiteres wirklich großes Highlight für mich und zwar der Brothers Point. Man muss hier ein paar Meter zu Fuß gehen und die Parkplätze zu finden ist nicht so einfach, aber das ist auch gut so, denn so sind nicht alle dort. Wir wanderten bis ganz vor. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, es war einfach eine tolle Sache dort zu sein. Die Zeit verflog und ein paar Sachen standen noch auf unserer To do Liste.
Das Wetter hat wieder auf Regen umgestellt und wir hielten beim Caisteal Uisdein Castle. Eine alte Ruine direkt an den Kliffen. Der Weg dorthin war nicht besonders lustig, gleich von drei wirklich schrecklich bellenden Hunden verfolgt und bei Regen ging es dorthin. Muss man es gesehen haben – nein, nicht wirklich. Es ist wirklich nicht mehr viel von den Gemäuern übrig, aber naja. Zumindest wissen wir das jetzt.
Zu guter Letzt ging es dann zum Neist Point Lighthouse – wiederum Postkartenmotiv und ich denke, dass es auch vielen bekannt ist. Doch zuvor blieben wir noch in dem kleinen Hafendorf Uig stehen, um uns zu stärken. Am Neist Point machten wir vor allem viele Fotoshootings mit den dort regierenden Schafen. Auf dem Heimweg fuhren wir noch am Dnvegan Castle vorbei, machten ein paar Fotos – bzw. Florian machte ein paar Fotos und dann ging es über die alte Single Track- Straße nach Portree zurück. Den Abend ließen wir noch bei einem guten indischen Essen ausklingen.
Damit stand der letzte volle Tag in Schottland vor der Tür. Das Frühstück war wieder hervorragend und wir verließen. Das Wetter war immer noch eher mäßig gut und daher war es gut, dass es ein reiner Fahrtag war. Die Strecke war lang. Von Portree bis zu dem kleinen Ort Linlithgow. Es lag etwas außerhalb von Edinburgh und relativ nahe am Flughafen für den nächsten Tag. Daher wählten wir diesen Ort. Im B&B gab es ein Pub mit Essen. Es regnete fast die ganze Fahr über. Erst kurz nach den Caingroms zog es auf und die Sonne kam zum Vorschein. Daher entschieden wir uns auch fast die ganze Zeit zu fahren. Erst am Ende blieben wir in dem malerischen Ort Dunkeld stehen. Erkundeten das Städtchen ein wenig, vertraten uns nach so einer langen Zeit im Auto die Beine.
Zum Schluss wollten wir noch in Perth stehen bleiben. Wir fuhren auch von der Autobahn ab, aber beschlossen dann doch direkt zum B&B zu fahren. In Linlithgow kamen wir bei Traumwetter an. Da tat es sehr gut, bei wunderbaren Sonnenschein den Ort bei einem Spaziergang zu erforschen. Wenn es sich zeitlich ausgeht, dann kann man hier auf jeden Fall her. Es gibt ein großes Schloss, mit einem schön angelegten See und vieles mehr und bei Sonnenschein ist es fast überalle wunderschön.
So endete also unser Urlaub, denn am nächsten Tag brachten wir nur noch das Auto zurück und flogen zurück nach Wien. 🙂
Schottland auf jeden Fall eine Reise wert. Ich kann verstehen, warum viele davon schwärmen. Man sollte aber auch die nötigen Groschen dabei haben bzw. am Konto haben, da es alles andere als ein günstiges Pflaster ist. Cool war auch, dass wir in der gesamten Woche kein einziges Mal Bargeld brauchten. Alles ging mit der Karte zu zahlen. Meine Highlights waren der Talisker Bay, der Brothers Point und die Wanderung auf den Ben Lomond. Durch die Tatsache, dass mein Handy nicht ging, waren wir auf die analoge Welt ein bisschen angewiesen. Eine große Hilfe war hier der Reiseführer von Lonely Planet. Schottland würde ich auf jeden Fall wieder machen. Die Hebriden und vieles mehr wären schon wirklich sehr interessant! 🙂