Boston und Cape Cod

Es war Mittwoch und wir wachten in unserem Motel in Wells (Maine) in Meernähe auf. Nachdem wir alles zusammengepackt hatten und uns für den Tag hergerichtet haben, ging es mit dem Auto nach Boston. Es war eigentlich nicht mehr weit, nur noch circa 70 Meilen, doch leider standen wir nach Boston rein, im Stau. Der Verkehr war immens. Ich habe mir extra im Vorhinein ein paar Infos über die Parkmöglichkeiten herausgesucht und habe uns auch extra zum Parkplatz hinlotsen lassen, doch leider wollte die Bezahlung nicht funktionieren und es war eine einzige nervige Sache. Wir haben es mehrmals mit den verschiedensten Möglichkeiten probiert, aber unsere Kreditkarten wurden hierfür nicht akzeptiert. Also mussten wir uns einen anderen Parkplatz suchen. Der Parkplatz selbst war eigentlich ziemlich einfach zu finden, doch auch hier war das mit dem Bezahlen irgendwie komplizierter als gedacht. Am Parkplatz stand ein ein Schild auf den drei verschiedene Arten der Parkplatzgebühr-Bezahlung drauf standen. Die App ging auch hier nicht (wir konnten sie über unsere Androids nicht einmal finden), Parkplatzaufseher war keiner da und den gelben Kasten, in den wir das Geld reingeben sollten, konnten wir vorerst nicht finden. Erst bei genauerem hinschauen, sah ich auf der gegenüberliegenden Seite den gelben Kasten. Wir fuhren dort hinter und parkten auf einen der nummerierten Plätze. Wir befolgten die Anweisungen und gaben das Geld in den Kasten. Als wir fertig waren, wollten wir nur noch unsere Sachen einsammeln und uns auf den Weg machen, als uns auffiel, dass wir das Geld in das falsche Fach gegeben haben. Wir hatten kein Kleingeld mehr und ich war schon ziemlich fertig mit den Nerven. Es klappte einfach nicht. Ich wollte Boston schon einfach so hinter mir lassen und abdüsen. Doch wir beschlossen es noch eimal zu versuchen. Gingen Geld wechseln und parkten uns dann wieder auf diesen Parkplatz, diesmal schauten wir genau wo wir standen, wo wir es einwarfen und machten sogar Fotos davon. Es war schon fast Mittag als wir es endlich Richtung Stadt schafften.

Wir fuhren mit dem Bus ein paar Stationen und schlenderten dann entlang des Hafens zu unserer ersten Sehenswürdigkeit für diesen Tag. Boston ist eine geschichtsträchtige Stadt also war es klar, dass wir uns zu allererst die USS Constitution anschauen mussten. Man musste nur durch eine Sicherheitskontrolle und durfte sich dann frei auf den Schiffen und am Platz bewegen. Zumindest die Teile, die nicht abgesperrt waren, konnte man sich gut ansehen. Boston spielt vor allem im Rahmen des Unabhängigkeitskrieges eine zentrale Rolle. Daher beschlossen wir die Stadt zu Fuß über den sogenannten Freedom Trail zu erkunden. Wie schon erwähnt die USS Constitution war der erste Stop hiervon und es ging über den 4 km langen Trail weiter, an vielen wichtigen historischen Stätten, Gräbern, Kirchen, Hallen etc. vorbei. Diesen Weg zu finden und zu folgen ist ziemlich einfach. Wir gingen den Trail von der verkehrten Seite, also war unser Endpunkt der eigentliche Startpunkt der Tour – Boston Common. Ein riesengroßer Park gleich vor dem Massachusetts State House.

Boston ist neben seiner Geschichtsträchtigkeit auch für seine alten, roten Backsteinhäuser bekannt. Den ältesten Teil davon findet man direkt hinter dem eben erwähnten Massachusetts State House.

Dort schlenderten wir noch ein wenig durch die Gassen, die immer wieder auf und ab gingen, bis wir entschlossen mit der U-Bahn wieder in das Stadtzentrum zu fahren. Dort war noch kurz die Überlegung, ob wir uns das Aquarium anschauen, doch irgendwie haben wir es dann doch nicht gemacht. Also ging es wieder zum Auto, das sogar noch da war und unversehrt am Parkplatz stand.

Wenn man glaubte, dass die Hinfahrt schon krass war, dann hätte man die Fahrt hinaus nicht glauben können. Der Verkehr war irrsinnig. Auf der teilwesie sieben spurigen Autobahn mit etlichen Zu- und Abfahrten ging es zu wie in der Hölle. Wir mussten durch einen ewig langen Tunnel, der uns unter der Stadt durchführte und man sah nur noch ein rotes Lichtermeer. Es kam mir so vor, dass sich der Stau erst knapp vor unserem Ziel richtig auflöste. Kaum vorstellbar!

Cape Cod

Es war ein Tag mit vielen Up- and Downs und ich war ziemlich froh als wir endlich die Koffer in unserem Motelzimmer in Hyannis abgestellt hatten. Boston ist auf jeden Fall sehenswert und für Geschichtefreaks ein Must do, aber mich hat die Stadt im Vergleich zu New York oder Washington gar nicht berührt. Das schönste war auf jeden Fall der ältere Stadtteil mit den vielen Backsteinhäusern, alles andere hätte ich nicht gebraucht. Ich freute mich nun darauf, zwei Tage im selben Motel zu verbringen und in der Nähe vom Meer zu schlafen.

Hyannis ist eine tolle kleine Stadt. Ich fühlte mich vom ersten Moment an wohl hier, schon als der Rezeptionist erstaunt über die „geringe“ Einwohnerzahl von Österreich war, hat mich der Ort verzaubert. Die Main Street war nicht weit weg und wir hatten nicht sonderlich viel gegessen, also machten wir uns auf uns ein passendes Lokal für den Abend zu suchen. Es war nicht sonderlich schwer etwas zu finden. Obwohl es überall viele mexikanische Restaurants gab, waren wir bis dorthin noch nie mexikanisch Essen. Es gab gleich Salsa’N’Chips und die Cocktails klangen alle herrlich. Daher waren zwei Cocktails und je ein Teller mit Tortillias und Enchiladas bestellt. Die Portionen waren ziemlich groß und die Cocktails sehr stark. Es erfüllte also alles seinen Zweck.

Nach dem Essen schlenderten wir noch einmal durch die Main Street und bemerkten ein Lokal, in dem noch ziemlich viel los war. Wir gingen einfach mal rein und sahen gleich, dass dort Karaoke-Night war. Wir setzten uns an die Bar, bestellten Bier und beobachteten das Geschehen um uns. LUSTIG!!! Das etwas ältere Publikum war schon ziemlich bedient, singen konnte niemand davon, aber es ging irgendwie auch nicht darum, sondern eher darum sich mit seinen Tanzkünsten jemanden aufzureißen…hahaha!! Achja, Karaoke-Nights, gehen mir schon des Öfteren ab. Kurz vor Schluss (das war gegen Mitternacht) traten wir den Heimweg an. Es war ein schöner Abschluss für den etwas turbulenten Start in den Tag.

Mein Schlafrhythmus hat sich die gesamte Zeit nicht wirklich eingependelt, also war ich auch in dieser Nacht wieder relativ früh munter. Nachdem ich ein bisschen am Handy herumgedrückt habe, beschloss ich eine Runde spazieren zu gehen. Eine kleine Strecke, Richtung Meer. Ich kam bis zum Hafen und habe dort den Sonnenaufgangen genossen. Es war ein wunderschöner Tag und ich freute mich schon auf die restlichen Erkundigungen der Halbinsel Cape Cod.

Zurück im Motel, holte ich Florian für das Frühstück ab. Für mich war es wohl das beste Frühstück, dass uns in einem Motel/Hotel aufgetischt wurde. Es gab sogar Activia-Joghurt. Habe ich schon ewig nicht mehr gegessen. Frisch gestärkt ging es mit dem Auto auf unsere Entdeckungsreise auf Cape Cod. Von Hyannis nach Provincetown. Man fährt etwas über eine Stunde und ist fast am Zipfel der Halbinsel. Wir hielten bei der Hinfahrt zwei Mal an, einmal um ein paar Fotos am Strand zu machen und einmal um in einem Christmas-Shop ein Souvenir zu kaufen. Dort wird wirklich die ganze Zeit Weihnachtsmusik gespielt und man findet den größten Weihnachts-Kitsch. Love it, obwohl ich dort nicht arbeiten wollen würde, das würde mir schon ziemlich auf den Geist gehen. 😅

Der Inhaber hat uns gleich angequatsch und wollte wissen woher wir kommen und was wir heute so vor haben. Als wir sagten, dass es nach Provincetown geht, meinte er so: „Oh yeah, nice, it is different“. Nun waren wir richtig gespannt, was er genau damit meinte. Wir hatten einige Fantasien, aber wie anders es dann wird, das war schon wirklich spannend. Wir fuhren eigentlich die ganze Zeit durch Straßen mit viel Bewaldung und plötzlich, kaum noch Bäume, nur noch Sanddünen. Einfach anders, ganz schwer zu beschreiben, aber der Herr aus dem Laden hatte auf jeden Fall Recht.

Wir fuhren bis es nicht mehr weiter ging und parkten das Auto. Zum letzten Zipfel konnte man nur noch zu Fuß kommen und zwar über einen ewig langen Steinweg, der direkt im Meer zum Ende der Insel führte.

Es wirkte eigentlich nicht so weit, aber wir gingen eine ziemliche Strecke. Auf der anderen Seite findet man nur noch zwei Leuchttürme und ansonsten nur Sand, Sträucher, Muscheln und Steine.

Beim Zurückgehen habe ich dann gestoppt wie lange man für den Weg brauchte. Fast 25 Minuten ging es über den Steinweg. Einfach genial.

Wieder beim Auto fuhren wir noch ein bisschen durch das kleine Städtchen. Dort war wirklich viel los. Bei der Rückfahrt hielten wir noch bei einem anderen Leuchtturm und wollten eigentlich die Canberry-Felder finden, da Cap Code dafür bekannt ist. Leider fanden wir nur einen Weg wo wir nicht sein sollten.

Danach ging es also wieder zum Hotel. Es war eh schon wieder Nachmittag. Im Hotel machten wir uns kurz frisch und gingen dann noch einmal ein bisschen spazieren. Hinunter zum Meer und rauf zur Main Street. In einer Seitenstraße fanden wir dann unser Restaurant für den Abend. Diesmal war es ein peruanisches. Anscheinend sind die Peruaner auch für Nudelgerichte bekannt. Auf jeden Fall aßen wir zwei Portionen Nudel und ein Glas Wein.

Ein schöner, gemütlicher Tag ging zu Ende und unsere Reise war auch schon wieder fast vorbei. Am nächsten Tag ging es nur noch nach Stamford, eine Stadt die nicht allzu weit weg von New York ist.