Stadtwanderweg 4 und 4a
Ein sonniger, angenehmer Freitag. Auf Grund der Kurzarbeit ein freier Tag für mich. Etwas ganz neues, dass ich nicht gewohnt bin und sich seltsam anfühlt und irgendwie extrem befreiend und gut zugleich ist. Dieser Tag muss genutzt werden. Also packe ich eine Jacke, einen Apfel und mein Wasser in den kleinen Tagesrucksack. Schnapp mir meinen MP3-Player, das Handy und die Hausschlüssel und mache mich auf den Weg Richtung Stadtwanderweg 4 und 4a. Ich beginne meinen Wandertag von zu Hause aus. Circa zehn Minuten später bin ich schon auf der lebendigen Ottakringer Straße, der ich bis zu meinem Einstieg, welche mich zum Stadtwanderweg 4a bringt, folge. Vorbei an vielen kleinen Geschäften mit frischem Obst, weiter zur Ottakringer-Brauerei bis zum bekannten Heurigen 10er Marie geht es ganz zum Rand des 16. Bezirks in den Wienerwald. Auf meinem Weg komme ich an einem wunderschönen Heurigen vorbei, den ich unbedingt noch aufsuchen möchte um mir einen schönen Abend mit ein paar Freunden machen kann, ein paar Gläschen Wein trinken, den Blick über Wien schweifen lassen und sehen wie gut es einem geht.
Im Wald ist es ruhig, idyllisch, freundlich. Die Sonne versucht sich durch die Blätter der Bäume auf den Boden durchzukämpfen, irgendwie hoffnungsvoll und niemals aufgebend. Meine Gedanken schweifen ab. Musste einfach an das erste Mal in diesem Wald denken, an den Tag, den Ausflug, an die Situation und meine Begleitung. Dort wuchs in mir zum ersten Mal das Gefühl, dass ich Wien doch eine Chance geben sollte und mich nicht davor verschließen sollte. Mit diesen Gedanken, ein dankbares Lächeln auf den Lippen gehe ich einfach weiter und komme an der schon bekannten Kreuzeichenwiese raus. Ein paar Leute die im freien Boxen und Fitnessübungen machen oder andere die gemütlich in der Sonne liegen und diese genießen und andere wiederum öffnen ihr erstes Bier um den schönen Tag zu feiern. Hier kreuzen sich der Stadtwanderweg 4a mit dem Stadtwanderweg 4, also entscheide ich mich dem vierer Weg zu folgen und komme an der Jubliäumswarte vorbei, diesmal ohne die Stufen rauf zu gehen und den Überblick zu genießen, da ich es eh schon kenne und ich den noch nicht bekannten Weg lieber weiter folgen möchte. Auf jeden Fall kann ich aber jeden die Jubliäumswarte ans Herz legen. Tolle Aussichtsplattform, vor allem für alljene ein Higlight die schwindelfrei sind und es so sehr lieben wie ich, eine Stadt von oben zu sehen. 🙂
Der restliche Weg führt über Asphaltwege vorbei am großen Otto-Wagner-Spital. Stimmt, das war nicht der richtige Weg. Irgendwann bin ich falsch abgezweigt und hab den Stadtwanderweg für eine Weile nicht mehr gefunden, also bin ich halt anders gegangen. Nicht schlimm, so bin ich wenigstens am Ottakringer Schwimmbad vorbeigekommen und an schönen ruhigen Gegenden im 14. Bezirk. Aber in mir flüstert eine Stimme, die sagt: „Irgendwann gehst du das noch ‚richtig'“ :D. Am Ende ging es wieder zurück auf die Ottakringer Straße, die mich auf den ursprünglichen Weg wieder nach Hause brachte. In den vier Stunden habe ich 19,70 km zurückgelegt. Eine schöne Wanderung, mit viel Abwechslung. Immer einen Ausflug wert. 😀